Urheberrechtsverletzungen – und die Frage des maßgebenden Rechts

Die Frage, ob Ansprüche wegen ein­er Ver­let­zung urhe­ber­rechtlich­er Schutzrechte beste­hen, ist nach dem deutschen inter­na­tionalen Pri­va­trecht eben­so wie jet­zt gemäß Art. 8 Abs. 1 Rom-II-VO grund­sät­zlich nach dem Recht des Schut­z­lan­des – also des Staates, für dessen Gebi­et der Schutz beansprucht wird – zu beant­worten.

Urheberrechtsverletzungen – und die Frage des maßgebenden Rechts

Nach diesem Recht sind ins­beson­dere das Beste­hen des Rechts, die Rechtsin­hab­er­schaft des Ver­let­zten, Inhalt und Umfang des Schutzes sowie der Tatbe­stand und die Rechts­fol­gen ein­er Rechtsver­let­zung zu beurteilen.

Da Gegen­stand der Klage im hier entsch­iede­nen Fall allein Ansprüche wegen Ver­let­zung urhe­ber­rechtlich geschützter Rechte an Möbelmod­ellen sind, für die die Klägerin im Inland urhe­ber­rechtlichen Schutz beansprucht, ist danach im Stre­it­fall deutsches Urhe­ber­recht anzuwen­den. Die Anwend­barkeit deutschen Rechts set­zt nicht voraus, dass die Möbelmod­elle tat­säch­lich im Inland urhe­ber­rechtlichen Schutz genießen und die daran beste­hen­den urhe­ber­rechtlich geschützten Rechte tat­säch­lich ver­let­zt wor­den sind.

Bun­des­gericht­shof, Urteil vom 5. Novem­ber 2015 – I ZR 91/11

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